Das Walliser Tourismus-Observatorium (Tourobs) geht davon aus, dass Airbnb im Jahr 2018 in der Schweiz einen Beherbergungsumsatz von 250 bis 500 Millionen Franken erwirtschaftet hat. Was sind die Folgen für die Hotellerie?

 

Seit 2014 beobachtet das Walliser Tourismus Observatorium (Tourobs) die Entwicklung von Airbnb in der Schweiz. Unsere neusten Daten zeigen, dass im Jahr 2018 in der Schweiz 49’207 Objekte durch die kalifornische Plattform zur Verfügung gestellt wurden. 90% dieser Objekte wurden 2018 mindestens einmal gebucht. Mit 8’484 gebuchten Objekten bleibt das Wallis ganz klar an der Spitze der Schweizer Kantone. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1’694 Objekten pro Kanton.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt sowohl für den Kanton Wallis als auch für das ganze Land 3.6 Nächte. Auf nationaler Ebene war ein Objekt im Jahr 2018 für durchschnittlich 177 Tage auf der Plattform buchbar. Seine effektive Nutzung betrug 70 Tage. Die Kantone Graubünden und Wallis zeichnen sich durch längere Verfügbarkeiten von 229 bzw. 210 Tagen aus. Mit 76 bzw. 78 Tagen liegt die Wohnungsbelegung in diesen beiden Alpenkantonen jedoch nahe beim nationalen Durchschnitt.

Die Analyse der Vermieterprofile, die Airbnb nutzen, um ihre Unterkunft auf den Markt zu bringen, ermöglichte es Tourobs, vier Arten von Gastgebern zu unterscheiden. Ein Amateurvermieter ist definiert als einer, der ein einzelnes Objekt für einen Zeitraum von weniger als 120 Tagen pro Jahr vermietet. Diese Kategorie repräsentiert 2018 38% des Schweizer Angebots. In der Semi-Amateur-Kategorie, die 42% des Schweizer Angebots ausmacht, sind die Vermieter, die ein Objekt für einen Zeitraum von mehr als 120 Tagen vermieten. Tourobs qualifiziert Vermieter als semiprofessionell, wenn sie zwei bis fünf Objekte für einen Zeitraum von mehr als 120 Tagen anbieten. Diese Art von Angebot hat derzeit einen Marktanteil von 18%. Schliesslich gibt es ein noch marginales professionelles kommerzielles Segment (2%), zu dem Vermieter gehören, die mehr als fünf Objekte für einen Zeitraum von mehr als 120 Tagen im Jahr anbieten.

Auf der Basis von Daten von AirDNA schätzen wir den Beherbergungsumsatz von Airbnb in der Schweiz auf rund 496 Millionen Franken. Allein für den Kanton Wallis werden 139 Millionen Franken geschätzt. Diese Zahlen sind jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren. Airbnb hat kürzlich bekannt gegeben, dass Reisende, die 2018 auf ihrer Plattform gebucht haben, direkte Ausgaben für die Schweizer Wirtschaft von 642 Millionen Franken ausgelöst haben. Basierend auf dieser Studie von Airbnb schätzt Tourobs das Beherbergungseinkommen auf rund 256 Millionen Franken. Trotz dieser Divergenzen bei den Schätzungen des Umsatzes kann man dennoch sagen, dass im Jahr 2018 die touristische Kurzzeitvermietung von Wohnungen über Airbnb ein signifikantes Volumen ausmacht, welches vergleichsweise 6% bis 12% des Beherbergungsumsatzes der Schweizer Hotellerie erreicht.

 


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Walliser Tourismus Observatorium (tourobs) / Institut für Tourismus (ITO)
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