Eine Übernachtung im Hotel bedeutet in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts viel mehr als «Schlafen auf Zeit». Hotels werden immer stärker zu Stätten des Zeitgeistes. Sie sind geprägt vom gesellschaftlichen Leben und seiner Trendentwicklung. So kann man in den letzten Jahren eine deutliche Globalisierung in Stil und Art von Hotelbetrieben verfolgen. Was letztlich auch dazu führte, dass der Stil von Hotels weltweit grosse Ähnlichkeit aufweist. In Zukunft verlangen die Reisenden jedoch mehr von den Hotels, gerade im Stil. Konsumenten wollen keine Stereotypen. Verbraucher werden immer empfindlicher bezüglich Ästhetik, Stil und Design, denn unsere Gesellschaft entwickelt sich zunehmend zu einer visuell geprägten Kultur. Vor allem bildhaft nehmen wir unsere Umwelt wahr und ordnen Realitäten auf Grund von visuellen Eindrücken. Daher gilt in Zukunft für alle Hotels: Der Konsument zahlt und will eine Leistung, die längst über das Grundbedürfnis, «ein Bett zu haben», hinausgeht. Konsumenten werden im Umgang mit Design und inszenierten Erlebnissen erwachsen. Erfolgsstorys von Apple und Nespresso, vom Fiat 500 bis zu den Camper-Schuhen, sind Beispiele dafür. Und noch etwas: Wer seine eigene Design-Sprache zum Leben erweckt, ist nicht zu kopieren. Design bedeutet damit nicht nur, im Trend zu sein, sondern seine Einzigartigkeit zu leben.

 

In Zukunft setzten sich Styles in Hotels durch, die sowohl globalen als auch lokalen Charakter beweisen. Das Raster an Stilen soll dabei helfen, sich selbst zu verorten und die ideale Mischung für die eigene Designsprache zu erkennen. Und das sind die Design-Trends 2018:

 

  • Urig: Der Stil der Gemütlichkeit.
  • Design-Code: authentisch, ursprünglich, echt, ehrlich, entspannt, schlicht, regional.
  • Supercool: Die Inszenierung des Designs.
  • Design-Code: kraftvoll, mächtig, Show, anmutig, hip, global.
  • Opulenz: Die Rückkehr von Glanz und Gloria.
  • Design-Code: edel, luxuriös, Bühne, gross, Europa.
  • Ökosign: Der neue grüne Lebensstil.
  • Design-Code: natürlich, echt, frisch, reduziert, harmonisch, begreifbar.
  • Topleger: Home-Style statt Hotel-Style.
  • Design-Code: unkompliziert, lässig, respektvoll, modern, heimelig, kreativ, freundschaftlich.
  • Moodig: Die Stimmung bestimmt die Ästhetik.
  • Design-Code: reduziert, variabel, wechselhaft, leicht, urban.

 

Ganz dem Zeitgeist der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) entsprechend entwickelt sich auch in der Hotelszene ein Stil, der auf Natürlichkeit und Design baut. Ein Stil, der echte Materialien und natürliche Oberflächen in den Vordergrund stellt, ohne auf höchste Design-Ansprüche zu verzichten. Dieser Stil macht nicht an der Oberfläche halt: Matratzen, Getränke, Essen oder Düfte müssen sich dem Ökosign unterordnen. Natur wollen die Menschen mit allen Sinnen erleben, begreifen, riechen, fühlen, hören.

 

Hans R. Amrein

Hotelinsider & Publizist