Nobelpreis für Hotel-Betten…

Vor wenigen Tagen hat das Nobelkomitee in Stockholm den Preis für Medizin an Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young verliehen. Die Forscher werden für ihre Verdienste bei der Schlaf-Forschung geehrt („Innere Uhr“, Bio-Rhythmus). Damit wurde das Thema „Schlaf“ weltweit zum grossen Medienthema.

 

Was haben die drei Nobelpreisträger mit der Hotellerie gemeinsam? Ganz einfach: Das „Schlafen“, beziehungsweise der Schlafkomfort ist das Kernthema, wenn nicht gar die Kernkompetenz der Hotellerie. Der Gast steigt in einem Hotel ab, weil er dort übernachten oder schlafen will. Natürlich gibt es noch andere Gründe, was den Aufenthalt der Gäste in Hotels betrifft, aber das „Schlafen“ ist und bleibt der wichtigste Faktor – vor Essen und Trinken, Spa und Wellness.

Deshalb ist das Bett im Hotel so wichtig und am Ende entscheidend, ob der Gast mit seinem Hotelaufenthalt zufrieden war. Anders gesagt: Das Wohlbefinden des Gastes im Hotel hängt ganz entscheidend vom Schlafkomfort und von der Qualität der Betten ab.

Nur haben das (leider) viele Hoteliers noch nicht erkannt. Sie investieren viel Geld und Zeit in Hotel-Lobbys, Bars, Food & Beverage-Konzepte, Licht und andere Design-Elemente – und vergessen dabei das Hotelbett und alles, was direkt damit zusammenhängt (Bettwäsche usw.). Damit nehmen sie sich dem Kernthema der Branche nicht oder nur am Rande an. Etwas pointierter ausgedrückt: Man investiert Millionen in Architektur und Innendesign, doch am Ende fehlt das Geld für die Anschaffung hochwertiger Betten und Zubehör. Fazit: Der Gast schläft auf Billigbetten aus China oder Osteuropa.

Wer auf qualitativ hochwertige Hotellerie setzt, setzt auch auf hervorragende Betten (inklusive Zubehör). Nochmals: Das Bett ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Lesen Sie mal die Gästekommentare auf den Online-Plattformen! Themen wie „Schlaf“, „Ruhe“, „Betten“ spielen beim Gast eine zentrale Rolle. Zudem zeigen Gästeumfragen immer wieder, dass das Thema „Schlafkomfort“ ganz oben auf der Liste der Grundbedürfnisse des Hotelgastes steht.

PS: Die grossen Hotelketten wie Marriott, Four Seasons, Peninsula, Hilton oder Starwood haben dies übrigens schon längst erkannt – und bieten ihren Gästen in der Regel Top-Betten und damit ein „unvergessliches Schlafvergnügen“ (Marriott-Werbung) an.

Und noch etwas: Für weitsichtige Hoteliers ist das „Bett“ und der damit verbundene Schlafkomfort nicht bloss eine Investition, sondern ein hervorragendes Verkaufsargument: „Mit mehr Bett zu mehr Gast“, hat der Schlafkomfort-Experte Jens Rosenbaum einmal gesagt. Deshalb: Sagen Sie Ihren Gästen, dass Sie über wunderbare, hochwertige Betten und feinste Bettwäsche verfügen! Machen Sie Werbung für ihre Betten – sofern diese nicht aus einer chinesischen Billigproduktion stammen…

Hans R. Amrein
Publizist & Hotelinsider